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(Bankspiegel 3+4/2006 Heft 198) Moderne Helden
Außergewöhnliches leisten, sich für andere einsetzen, Mut machen - das zeichnet eine moderne Heldin, einen modernen Helden aus. Eine Lebensaufgabe gefunden zu haben, beflügelt die eigenen Kräfte und strahlt auf andere aus.
Hier und jetzt die Welt verändern
Klassisch wird als „Held“ die zentrale Figur einer Geschichte bezeichnet, deren Kräfte die eines normalen Menschen übersteigen, so dass sie zu ruhmreichen „Heldentaten“ in der Lage ist. Zeigte sich der Heldenmut früher meist in der Auseinandersetzung mit einem (schurkenhaften) Gegner, ist Standhaftigkeit heute in anderer Hinsicht gefragt: im Überwinden von Konventionen, gesellschaftlicher Erstarrung und von Gleichgültigkeit gegenüber dem Schicksal anderer.
Viele dieser Vorbilder leben unter uns; fast jeder kennt Menschen, auf die diese Beschreibung zutrifft. Die folgenden ganz verschiedenen Beispiele stehen für die vielen Menschen, die hier und jetzt die Welt verändern: Michael May hat in Wuppertal Arbeitsplätze für 500 psychisch und körperlich behinderte Menschen geschaffen. Gabriela Holmer Cichosz sieht ihre Berufung in der Begleitung von Sterbenden. Dr. Peter M. Schnell, Gründer der Software AG, hat sein großes Vermögen in eine Stiftung übertragen. Klinik-Clown Hans Duine bringt Freude auf die Kinderstationen. Und schließlich Tim Mergelsberg mit seiner Werkstatt für Strafgefangene und Menschen mit Behinderungen in Sibirien.
Das Projekt „Moderne Helden“ wurde von begeisterungsfähigen jungen Leuten gegründet. Vom Streichquartett „Salut Salon“ bis zur Internet-Enzyklopädie Wikipedia wurden vielfältige Projekte ausgezeichnet. Mit der Künstlerin Carmen Breuker stellen wir eine Mitwirkende des „Moderne Helden“ Projektes vor.
Die zentrale Frage:
Das Projekt „Moderne Helden“ möchte jede und jeden ermutigen, die eigenen Mitgestaltungskräfte wahrzunehmen und dabei Spaß zu haben. Die zentrale Frage ist: Was kann mein ganz persönlicher Beitrag sein (und scheint er noch so unspektakulär)? Das Credo des Projektes: Nur das langfristige Wohlergehen aller macht wirklich zufrieden. Wenn Sie mehr wissen wollen, empfehlen wir Ihnen die Internetseite www.moderne-helden.de oder das gleichnamige Buch.
500 psychisch und körperlich behinderte Menschen arbeiten in den Werkstätten von Proviel in Wuppertal. Michael May ist der Initiator und Geschäftsführer.
Mut haben für den weiten Blick
- "Sozialarbeit ist eine Herzensangelegenheit. Mich motiviert das Gefühl, unmittelbar etwas bewirken zu können. Das lässt einen über all die Jahre aufbauen, verändern, abreißen und wieder aufbauen. Nur so ist es möglich, immer wieder große Aufgaben in Angriff zu nehmen. Das Wesentliche, was ein Mensch braucht und was ihn prägt, ist Arbeit. Der Sinn des Lebens ist nicht Freizeitgestaltung, sondern Arbeit. Aus dieser Einsicht heraus sind bei uns vor 25 Jahren die ersten Arbeitsaktivitäten für Benachteiligte entstanden. Anfangs gab es viele Bedenken, aber letztlich ist jede Idee realisierbar, die Frage ist nur, wie und wann. Das Problem ist, dass die meisten Menschen einen Tunnelblick haben. Sie sind eilig, extrem zielorientiert und fokussiert - es fehlt der Mut für einen weiten Blick. Eigentlich ist nichts unmöglich und wenn jemand sagt: „Das schaffen wir nicht, das können wir nicht“, dann fängt es doch eigentlich erst an, Spaß zu machen."
(Michael May) |
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