Bergische Morgenpost 27.03.2008
Handarbeit von Behinderten hoch geschätzt
Wuppertal (hoff) Seit zehn Jahren ist in vielen Unternehmen in der Region ein starker Partner: Der Kompetenzverbund der Bergischen Werkstätten mit ihren behinderten Mitarbeitern. Klaus Schneider von der Lebenshilfe Remscheid kann mit Stolz behaupten: „Unser Verbund kann innerhalb weniger Stunden Hände liefern, was die Industrie so kurzfristig nicht kann. Das heißt: Wir können unsere Betriebe mit insgesamt rund 2800 Mitarbeitern schnell auf eine bestimmte Dienstleistung einstellen.“
Das bestätigt auch Holger Theis von der Werkstatt Lebenshilfe im Bergischen Land aus Wermelskirchen: „Wir sind nicht Teil einer Produktionskette, sondern ein eigenständiger Dienstleister.“ Dieses Selbstbewusstsein strahlen alle fünf Vertreter der Bergischen Werkstätten aus. 175 feste Kunden- fast alle aus dem Bergischen Land – verlassen sich regelmäßig auf ihren Geschäftspartner Lebenshilfe. 150 weitere Kunden greifen sporadisch auf die Werkstätten zurück. 35 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften die Werkstätten im vergangenen Jahr. Diese Gewinne dienen unter Anderem der Finanzierung neuer Projekte und zum weiteren Ausbau der Werkstätten. Einige Beispiele: Die Lebenshilfe Solingen investierte 2007 acht Millionen Euro in ein Integrationsunternehmen, das Krankenhäuser, Seniorenheime aber auch Kindertagesstätten und Betriebe mit Essen versorgt. „Eine Investition, die sich heute schon bezahlt macht“, sagt Josef Neumann von der Lebenshilfe Solingen.
Die Wermelskirchener konnten eine an ihre Werkstatt angrenzende Lagerhalle erwerben, die ihnen die Ausweitung ihres Logistikbereiches zu einem Großlager mit Computertechnik ermöglichte. Investitionshöhe: 2,5 Millionen Euro. „Wir konnten unseren heilpädagogischen Bereich für weitere 500 000 Euro ausbauen“, erklärt Stefan Paus von der Lebenshilfe Wuppertal. „Bis zu 80 Personen können hier ihren Behinderungen entsprechend therapiert werden.“ Die Lebenshilfe Remscheid investierte 100 000 Euro in ihre Schreinerei. Modernste Technik und Verwertung selbst von Resten, die zu Holzbriketts verarbeitet werden, machen die Werkstatt zum attraktiven Geschäftspartner. Und nicht zuletzt konnte die Pro Viel GmbH in Wuppertal, die fünfte Werkstatt im Verbund, durch eine Investition von 190 000 Euro in Lasertechnologie und ihre Pressen und Stanzen ihren Geschäftswert erhöhen.