Bergisches Wirtschaftsblatt 4/09
KOMPETENZVERBUND BERGISCHE WERKSTÄTTEN
VIEL ARBEIT AN DER WUPPER
Mehr Menschen in Arbeit zu bringen, ist ein erklärtes Ziel der Bergischen Werkstätten. Dazu hat der Kompetenzverbund in den vergangenen Jahren ein Dienstleistungsportfolio entwickelt, das heute zahlreiche Industriekunden schätzen und rege nutzen. Die große Nachfrage und die Bereitschaft zu Wachstum sind dabei das Fundament der Erfolgsgeschichte, die mit der Eröffnung des neuen Standorts der Wuppertaler proviel GmbH an der Farbmühle beeindruckend fortgesetzt wird.
„Mit der mechanischen Verarbeitung von Rohlingen und der Montage von Schließzylindern hat sich proviel hervorragend in unsere Produktionskette integriert. Dank der intensiven Qualitätskontrollen bei proviel können wir uns auf die angelieferten Teile zu 100 Prozent verlassen.“
Michael La Porte, geschäftsführender Gesellschafter der D. La Porte GmbH
Große Erfolge trotz schwieriger Zeiten meldet die Service- und Produktionsgesellschaft Dank der erweiterten Kapazitäten konnte proviel sein Angebot ausbauen. Die Kunden wissen das zu schätzen: das Unternehmen Puky beispielsweise, das kindgerechte Roller und Fahrräder herstellt, baut nun die langjährige Zusammenarbeit mit proviel aus. „Neben der bestehenden Roller-Montage richten wir nun eine zweite Fertigungslinie in Wuppertal ein", erläutert Betriebskoordinator Matthias Laufer. Ziel sei es, zukünftig an der Farbmühle fünf neue Gokart-Typen zu montieren. Das schafft Entlastung beim Kunden und sorgt für eine gleichmäßige Auslastung in Spitzenzeiten. „Bei uns erhalten die Fahrzeuge ihren abschließenden Feinschliff", erklärt Laufer die oftmals aufwändigen Arbeiten.
Gewachsene Kapazitäten
Auf mehr als 3.500 Quadratmetern präsentiert sich der Wuppertaler Netzwerkpartner in gewohnt hochwertiger Industriearchitektur. Holz und große Farbflächen prägen die Außenansicht des Gebäudes an der Wupper. Über 320 Mitarbeiter finden hier im ersten Step ihre berufliche Heimat. In nur 14 Monaten entstand ein moderner Produktionsstandort samt Bildungsakademie inmitten der Stadt. Die gute Erreichbarkeit ist dabei ein wichtiger Faktor für die proviel GmbH. Nicht nur die An- und Ablieferung muss für industrielle Prozesse reibungslos möglich sein, sondern auch die Mitarbeiter haben so kürzere Wege zu ihrer Arbeit. Mehr als 800 neue Palettenstellplätze entstanden hier für die Kunden aus dem gesamten Bergischen Raum. „Unsere Kapazitäten wachsen mit der Nachfrage", erläutert Geschäftsführer Michael May. „Die professionelle Industriedienstleistung fußt hier immer auf sozialer Sorgfalt." Glückliche Menschen finden bei proviel und den anderen Unternehmen im Kompetenzverbund Bergische Werkstätten nicht nur eine Beschäftigung, sondern eine wirklich anspruchsvolle Aufgabe. „Bei uns geht es immer um extreme Genauigkeit, sichere Prozesse und nachhaltige Qualität", so May weiter.
Vollausgestattete Metallwerkstatt
Auf den ersten Blick wirken die Hallen wie jede andere moderne Metallwerkstatt. Hier finden sich professionelle Gerätschaften: Sägen, Bohrmaschinen, Gewindeschneidemaschinen, Drehbänke und auch CNC-Bearbeitungszentren. Einzig die Atmosphäre ist hier etwas anders: alles ist ruhiger, unnötiger Stress und krankmachender Druck sind unbekannt. Auf die Qualität der Arbeitsergebnisse habe dies keinen Einfluss, betont Matthias Laufer — jedenfalls keinen negativen. Entsprechend zufrieden sind die Mitarbeiter in der Regel mit ihrer Tätigkeit bei proviel. Für die meisten ist dennoch ganz klar, dass sie nicht dauerhaft bleiben: ,,Ich bin seit vier Jahren hier", berichtet einer der Metaller, „proviel ist für mich ein neuer Anfang. Für den normalen Arbeitsmarkt war ich nicht mehr belastbar genug, mein erlernter Beruf bedeutete zu viel harte körperliche Arbeit und Stress." Vier Jahre habe er gebraucht, bis er wieder zu sich gefunden habe. „Jetzt werde ich wieder voll durchstarten, um zu sehen, ob der erste Arbeitsmarkt für mich offen ist."
Kleine wie große Serien
Dank der Investitionen sind alle Voraussetzungen geschaffen, um den Kunden eine Komplettfertigung anzubieten. Längst ist es keine Seltenheit mehr, dass in der Wuppertaler Milchstraße und nun auch an der Farbmühle im Stückzahlenbereich von mehreren Zehntausend gefertigt wird.
„Natürlich produzieren wir aber auch kleinere Serien", erzählt Betriebskoordinator Matthias Laufer. Dabei kann es sich um Griffschalen für Baufahrzeuge und Schaltschränke oder um winzige Komponenten aus Aluminium für Premium-Farbspritzpistolen handeln.
Mehr als 60 Firmen setzen derzeit bereits auf die Dienste von proviel. Mit dem neuen Standort zeigt der Kompetenzverbund erneut Flagge im Bergischen Land und beweist, dass Flexibilität, Nähe und Qualität Argumente für die heimische Produktion sind.