Bergisches Wirtschaftsblatt 5/09
Stadtentwicklung Barmen
Hier spielt die Musik,
Wuppertal hat aufgrund seiner Geschichte eine vielfältige Ortsteil- und Zentrenstruktur. Nach dem sich in den vergangenen Jahren die City in Elberfeld als Einzelhandelsschwerpunkt positioniert hat, holen nun die anderen Ortsteile in ihrer Entwicklung auf. In Barmen, dem zweitgrößten Stadtteil Wuppertals, ist die Dynamik beachtlich.
Optisches Highlight der guten Entwicklung ist das im Januar wieder eröffnete Opernhaus direkt an der Friedrich-Engels-Allee. Zusammen mit der Modernisierung des Historischen Zentrums, der geplanten Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes und vor allem mit dem Verkauf des Barmer Bahnhofs wird hier ein Kulturzentrum für die gesamte Stadt neu belebt. Überregionale Bekanntheit hatte schon der Skulpturenpark Waldfrieden von Tony Cragg erreicht. Erst im vergangenen Jahr eröffnet, entwickelte sich die 15 Hektar große Parkanlage rund um das ehemalige Wohnhaus von Kurt Herberts zu einer namhaften Attraktion und bereichert mit wechselnden Ausstellungen und Konzerten das Wuppertaler Kulturleben. In dieses neue, kulturelle Profil Barmens passen auch der Umzug der Musikhochschule vom Arrenberg auf den Barmer Sedansberg mit 250 Studienplätzen, die Wiedereröffnung der Immanuelkirche nach einer langjährigen Sanierungsphase und der vier Millionen Euro teure Umbau des .Haus der Jugend".
Bildung und Arbeitsplätze
Auch im Bildungsbereich hat sich Barmen verändert. „lm Stadtbezirk Barmen sind nun vier Hochschuleinrichtungen angesiedelt - das ist ein einmaliges Angebot für junge Leute in der Region", beschreibt Hans-Hermann Lücke, Bezirksbürgermeister und stellvertretender Vorsitzender der IC Barmen. Das sind neben der Musikhochschule der Campus Haspel der Bergischen Universität, die kirchliche Hochschule auf der Hardt und die Junior Uni, die nach dem Start im Provisorium an der Friedrich-Engels-Allee einen sichtbaren Standort direkt an der Wupper erhalten soll. Diese Sichtbarkeit direkt an der Wupper und an der Schwebebahn nutzt der gerade neu eröffnete Standort der proviel GmbH auf vorbildliche Weise. Auf mehr als 3.500 Quadratmetern präsentiert sich der Industriedienstleister in hochwertiger Industriearchitektur mit viel Glas und großen Farbflachen, In nur 14 Monaten entstand ein moderner Produktionsstandort samt Bildungsakademie inmitten der Stadt. Über 320 Mitarbeiter haben hier ihren Arbeitsplatz.
Erfreulicher Millionenumsatz
Die Barmer Innenstadt ist nicht der Elberfelder Innenstadt gleichzusetzen. Der Einzelhandel in
der Barmer Innenstadt erzielte 2008 einen Gesamtumsatz von 148 Millionen Euro das entspricht einem Drittel der Elberfelder Innenstadtumsätze. Vergleicht man aber den Einzelhandelsumsatz mit der gesamten Verkaufsfläche, dann werden in Barmen im Durchschnitt pro Quadratmeter 4.600 Euro verdient. Die Elberfelder City erreicht rund 4.050 Euro. Die Flächenproduktivität ist damit in Barmen wesentlich höher als in Elberfeld - und es gibt noch weiteres Potential für neue Einzelhandelsnutzungen. „Angebote aus dem Bereich Bekleidung und Sportartikel wären eine wunderbare Ergänzung", erklärt Mathias Wewer, erster Vorsitzender der IG Barmen. Und er hat auch gleich geeignete Standorte parat: rund um das Concordia-Haus oder zwischen Geschwister-Scholl-Platz und Werther Brücke.
Wirtschaftsförderung Wuppertal
Dr. Rolf Volmerig, Tel.: 0202/24 807-20
volmerig@wf-wuppertal.de