Artikel vom: 01.05.2009
Von Klaus Koch
Die Botschaft des Kompetenzverbundes Bergische Werkstätten an die Industrieunternehmen der Region ist klar formuliert: "Wir bieten Investitionen an. Wir haben kein Liquiditätsproblem. Wir sind der ideale Partner für die Industrie.
"Selbstbewusst verweisen die Geschäftsführer der fünf Werkstätten auf ihr Angebot: Insgesamt hat der Verbund an fünf Standorten mehr als 46 000 Quadratmeter Produktions- und Logistikfläche zur Verfügung, mehr als 4500 Palettenstellplätze und fast 2800 Mitarbeiter.
Im vergangenen Jahr hat sich der Verbund nach Angaben von Proviel-Geschäftsführer Michael May so aufgestellt, dass es jetzt verstärkt darum geht, Arbeitsplätze wieder in die Region zurückzuholen.
Das heißt: Unternehmen, die bislang Teile der Produktion oder der Montage ins Ausland verlagert haben, sollen Anreize bekommen, statt im Ausland in einer der Behindertenwerkstätten arbeiten zu lassen.
Eines der Argumente dieser Werkstätten: Lässt es sich wirtschaftlich darstellen, übernehmen die Werkstätten auch die Investition für eine neue Maschine. Ein Argument, das gerade in schwierigen Zeiten mit etlichen Belastungen für die Liquidität der Unternehmen Gehör finden könnte.
Die Behinderungen: Der Kompetenzverbund beschäftigt 2800 Menschen, von denen mehr als 2300 mit einer Beeinträchtigung leben. Rund 500 davon sind schwerst mehrfach behindert. Der Verbund machte 2008 mehr als 45 Millionen Euro Umsatz.
Der Bedarf: Die Zahl der Menschen mit psychischen sowie schweren Beeinträchtigungen wächst deutlich. So sind allein im vergangenen Jahr mehr als 120 zusätzliche Mitarbeiter in den Verbund gestoßen. Rund 20 Personen fassten auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß. Mehr als 60 Beschäftigte der Werkstätten arbeiteten nicht in den Räumlichkeiten des Verbundes, sondern an einem Arbeitsplatz des Kunden.