Eine hochspannende Geschichte.

Es ist die kleinste Abteilung bei proviel: die Elektromontage, intern kurz „Elmo“ genannt. Für das Wuppertaler Traditionsunternehmen Stannol montieren die provieler hier bis zu 400 Lötkolben am Tag – eine ebenso knifflige wie verantwortungsvolle Aufgabe.

 

„Fisselsarbeit“ würde der Wuppertaler wahrscheinlich salopp dazu sagen: Ein millimeterdünnes Heizelement muss in den nur wenig dickeren Stab gesteckt werden, gerade mal stecknadelkopfgroße Schrauben werden mit dem Luftschrauber festgezogen. Ein gutes Auge, eine ruhige Hand und absolute Konzentration sind da gefragt.

 

Gerade steht in der Elektromontage bei proviel der kleinste Lötkolben, den der Kunde Stannol im Programm hat, auf dem Arbeitsplan: Nur 15 Watt hat er. Doch auch größere und leistungsstärkere Kolben mit bis zu 200 Watt montieren die provieler hier. Insgesamt sind es zwischen 200 und 400 Stück am Tag. Für besondere Anwendungsbereiche gibt es Sonderanfertigungen: In der Möbelindustrie etwa, die Lötkolben bei der Beschichtung einsetzt, werden Lötkolben benötigt, deren Leistung sich per Schalter reduzieren lässt. Und zur Herstellung von Tiffany-Lampen braucht man Kolben mit einer besonderen Spitze. Für das proviel-Team kein Problem: Jeder Auftrag wird zuverlässig abgearbeitet – wenn’s sein muss, und es muss des Öfteren sein, auch kurzfristig. „Die Leute hier arbeiten eigenverantwortlich: Wenn ein Auftrag reinkommt, teilen sie sich die in der Arbeitsanweisung festgehaltenen Aufgaben selbst ein – vom Zusammenstellen der Einzelteile bis zur Signierung des fertigen Kolbens“, berichtet Abteilungsleiter Hans-Werner Kahl. Einzige Ausnahme: die Prüfabteilung. Hier gibt es drei Mitarbeiter, die speziell für diesen Bereich zuständig sind. In einem abgetrennten Raum führen sie eine „100-Prozent-Prüfung“ durch, das heißt: Jeder einzelne Lötkolben wird geprüft. Drei Dinge werden dabei untersucht: Hochspannung (nach der deutschen VDE-Vorschrift mit 1.500 Volt, nach den schweizerischen SEV-Richtlinien mit 2.000 Volt), Leistung und Schutzkontakt. Nur wenn alles in Ordnung ist, darf der Kolben mit dem VDE- oder SEV-Prüfzeichen versehen und in Verkehr gebracht, sprich: verkauft werden. Die Prüfergebnisse werden schriftlich dokumentiert, so dass bei einer etwaigen Reklamation schnell festgestellt werden kann, ob der betreffende Kolben vorschriftsgemäß geprüft wurde. Zu guter Letzt werden die Kolben verpackt – manche einzeln, andere in Gebinden – und dann per LKW zu Stannol gebracht, von wo aus die Reise weiter zu Kunden in der ganzen Welt geht.

 

Seit Anfang 2007 arbeitet proviel für Stannol, ein 1879 gegründetes Unternehmen, dessen Markenzeichen heute weltweit bekannt ist. Das Programm umfasst alles, was für das fachgerechte Löten benötigt wird – von Lötzinn, Lötdraht und Lötflussmitteln über Lötkolben bis hin zu elektronisch gesteuerten Lötstationen. Durch diesen Großauftrag konnte die Mitarbeiterzahl in der Elektromontage von vier auf insgesamt rund 20 aufgestockt werden. In Schulungen wurden alle mit der verantwortungsvollen Aufgabe vertraut gemacht. Mehr noch als in den anderen Abteilungen wird hier das „Null-Fehler“-Konzept verfolgt, denn bei einem Elektrogerät können Mängel fatale Folgen haben. Als eine Art Außenstelle von Stannol ist die proviel-Elektromontage voll in das Stannol-Qualitätsmanagement einbezogen. Hierfür wurde ein eigenes Audit durchgeführt. Bislang hatte Stannol noch keinen Grund zur Klage – im Gegenteil. „Ich bin mehr als zufrieden mit der Arbeit von proviel. Die Qualität stimmt, das Team ist flexibel – und dass unsere Gebäude nur wenige Kilometer entfernt sind, ist auch von Vorteil. Kurze Wege erleichtern und beschleunigen die Zusammenarbeit enorm“, sagt Stannol-Geschäftsführer Karl-Heinz Dörr. Und so wird es in Zukunft wohl noch mehr „Fisselsarbeit“ für die Feinmotoriker in der Wuppertaler Milchstraße geben.

 

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Aktualisiert am: 06.10.2011