Erstes Bergisches Business Breakfast

Bergische Entwicklungsagentur, 18.05.2010

 

Erfolgreicher Auftakt in jeder Hinsicht

 

Über 200 Gäste aus dem gesamten Städtedreieck kamen am frühen Morgen im Brückenpark Müngsten zusammen und erlebten ein gelungenes Pre-Opening von Haus Müngsten sowie informative Vorträge zu gelungener bergischer Kooperation. Norbert Feith, Oberbürgermeister der Stadt Solingen und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Bergischen Entwicklungsagentur, begrüßte die Gäste begeistert: „Die Veranstaltung ist ein Erfolg, bevor wir überhaupt richtig angefangen haben.“ Denn schon beim Eintreffen der Gäste war die Stimmung spürbar gut, man zeigte sich beeindruckt von den Räumlichkeiten und der Brückenpark präsentierte sich pünktlich zum Beginn in strahlendem Sonnenlicht.

Haus Müngsten und der Brückenpark bilden ein einzigartiges Ensemble und seien ansich schon ein sichtbarer Erfolg bergischer Kooperation, so Feith weiter. 350.000 Besucher zählte man im letzten Jahr, nun würden es aufgrund der fertiggestellten Gastronomie sicherlich noch mehr. Dessen ist sich auch Hausherr Josef Neumann von der Lebenshilfe Solingen sicher: „Die Bahn fährt derzeit auch nicht langsam über die Müngstener Brücke aufgrund irgendwelcher Schäden, sondern damit die Fahrgäste besser fotografieren können“, scherzte er. Die Cortenstahlfassade, die bereits den gewünschten Rost angesetzt hat, sorge bei den Besuchern des Brückenparks für Gesprächsstoff. Die Gäste des Frühstücks konnten sich jedenfalls heute überzeugen, dass sich Haus Müngsten sowohl als Veranstaltungslocation als auch als Erholungsort in jeder Hinsicht eignet.

 

Tourismus als Wirtschaftsfaktor

 

Ort und Inhalt des ersten Bergischen Business Breakfast bildeten eine Symbiose und so waren „Erfolge bergischer Kooperation“ auch das Thema der anschließenden Vorträge. Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Bergischen Entwicklungsagentur, zeigte auf, dass allein schon die Gründung der Agentur vor drei Jahren den Willen zur Kooperation in den Bereichen Wirtschaftsentwicklung, Stadt- und Regionalentwicklung und Tourismus unter Beweis gestellt habe. Letzteren Themenbereich stellte er an diesem Morgen als Veranstalter des Bergischen Business Breakfast vor. Die Weiterentwicklung der Tourismusachse Müngsten – Burg ist derzeit vorrangig. „Die mittelalterliche Anlage von Schloss Burg ist in unserem Einzugsgebiet konkurrenzlos“, so Middeldorf. Allerdings soll die Ausstellung modernisiert werden, ein entsprechender Antrag im Ziel 2-Wettbewerb „Erlebnis.NRW“ sei derzeit in Vorbereitung. Auch die Gastronomen in Solingen-Burg sind in die Planungen für das zukünftige Gesamtkonzept einbezogen. „Gemeinsam müssen wir den Ort fit machen für die Zukunft.“ Ein weiteres Projekt ist der Bergische Trassenverbund, der nun mit der Nordbahntrasse den wichtigen Lückenschluss erfährt. „Wir verfügen in unserer Region über ein riesiges Pfund an Sehenswürdigkeiten, die Kollegen aus dem Oberbergischen Kreis bewerben uns immer mit, weil sie vor Ort selbst kaum etwas haben“, so Middeldorf weiter. Dass der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sei, machte er anhand von Zahlen deutlich: 328 Millionen Euro werden pro Jahr in der Region in diesem Bereich erwirtschaftet, 5.800 Vollarbeitsplätze kann diese Branche vorweisen. Das Alleinstellungsmerkmal sei die Bergische Industriekultur, die sich wie ein roter Faden durch alle Tourismusprojekte ziehe. „Wir müssen es schaffen, dass die Niederländer bei uns Halt machen und nicht noch eine Stunde weiterfahren“, so ein Ziel. Die Unternehmer der Region können bald auch aktiv daran mitarbeiten, Gäste für die Region zu begeistern. Im Spätsommer soll der „Location Guide“ erscheinen, der nicht nur die Veranstaltungsorte der Region auflistet, sondern auch Werksverkäufe und Sehenswürdigkeiten. „Damit geben wir den Unternehmen für ihren Geschäftsbesuch ein gutes Werkzeug an die Hand.“

 

Werkstatt für die Unternehmen der Region

 

Als gastgebendes Unternehmen der bergischen Frühstückspremiere präsentierte sich der Kompetenzverbund Bergischer Werkstätten. Seit fünf Jahren kooperieren die fünf Werkstätten aus Remscheid, Solingen, Wuppertal und Wermelskirchen. Gemeinsam bieten sie 50.000 Quadratmeter Produktionsfläche und 5.000 Quadratmeter Lagerfläche. Über 3.000 Menschen haben hier ihren Arbeitsplatz, davon rund 2.500 mit geistigen oder psychischen Problemen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt so gut wie keine Chance haben. „Doch die können viel mehr als Besenbinden“, weiß Sprecher Stefan Pauls. „Wir bieten ihnen Tagesstruktur, Beschäftigung und die Arbeit in der Gemeinschaft. Unser Ziel ist es, sie zu größtmöglicher Eigenständigkeit zu verhelfen.“ Matthias Laufer, Betriebsleiter bei der proviel gGmbH in Wuppertal, kann die starke Partnerschaft der Werkstätten mit den Unternehmen der Region an Zahlen belegen: „Wir arbeiten für etwa 250 Unternehmen der Region. Im letzten Jahr konnten wir 60 neue Kunden gewinnen, die teilweise ihre Fertigungen aus dem Osten oder sogar Fernost zurück ins Bergische verlagert haben.“ Für Karl-Heinz Schwarz, Geschäftsführer der Werkstätten in Wermelskirchen, kein Wunder. Er zeigte es am Beispiel einer Krankenbettrolle: „Dieses komplexe Produkt fertigen wir exklusiv für den Weltmarkt.“ Man spräche halt hier eine Sprache und habe das gleiche Technikverständnis, „das macht es unseren Partnern in der Zusammenarbeit wesentlich einfacher, als wenn sie in Malaysia produzieren würden.“ Auch wenn es manchmal knirschen würde – wie die Beteiligten zugaben - diese Kooperation sei auf jeden Fall für alle Seiten ein Gewinn. Moderator Christoph Nieder kann das für die Kunden untermauern: „Früher haben sich nur 30 % unserer Kunden zu uns bekannt, heute geben über 90 % gerne ein Statement für uns ab.“ Die konnte man auch während des Vortrages auf der Leinwand lesen.

 

Meilenstein für bergische Kooperation

 

Abschließend bleibt zu sagen, die Premiere des Bergischen Business Breakfast war ein weiterer Erfolg Bergischer Kooperation und so luden denn auch die beteiligten Veranstalter der lokalen Business Breakfasts gleich regional ein (9. Juni, JuniorUni Wuppertal, 29. Juni Gebäudereinigung Emons, Solingen und 11. September Stadtwerke Remscheid).

Die Gäste nutzten auch noch die anschließende Zeit zum Frühstück und zum Austausch – wie es sich eben für ein Business Breakfast gehört.

 

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Foto: Ruppert Warren
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Aktualisiert am: 06.10.2011