Westdeutsche Zeitung, 20.05.2011
Einstieg in den feinelektronischen Bereich.
Von Klaus Koch
Mitarbeiter, die diesen Raum betreten, müssen zunächst auf den sogenannten ESD-Tester. Das Gerät prüft, ob die Schutzausrüstung funktioniert. Erst danach dürfen sie im ESD-Raum ihre Tätigkeit aufnehmen. Denn ESD steht für ,,electrostatic discharge", also die elektrostatische Entladung. und ohne die geht gar nichts in dem bei Proviel an der Milchstraße neu hergerichteten Raum, in dem Strahler und Trafos für Oktalite Lichttechnik aus Köln montiert werden. Spezielle Schuhe, spezielle Fußmatten, Armbändchen – permanent wird die elektrische Aufladung des Menschen über die Gebäudeerdung abgeleitet. Das muss so sein, damit die Strahler mit ihren LED-Leuchten keinen Schaden nehmen. Mehr als 50 Teile werden in der Behindertenwerkstatt montiert, bis der Strahler fertig ist. Wie der an der Milchstraße zuständige Betriebsleiter Dirk Bauer berichtet, folgen danach noch Qualitäts- und Temperaturkontrolle. Dazu gehört auch ein Blick durch einen Schweißschirm auf die LEDs. Derzeit montiert Proviel rund 600 Strahler pro Woche. Schon früher hat Proviel für Oktalite die Kühlkörper gefertigt. Das Unternehmen fragte dann nach, ob die Werkstatt nicht die komplette Fertigung übernehmen kann. Für Proviel ist das der Einstieg in den feinelektronischen Bereich. Die Strahler kommen in der Industrie und häufig im Einzelhandel bei der Beleuchtung von Wurst- oder Obsttheken zum Einsatz.