Lebenshilfe-Werkstätten sind stärker im Verbund

Von Susanne Koch (Remscheider General-Anzeiger, Wermelskirchen 27.03.2004)

Betriebe treten gemeinsam auf – 2000 Beschäftigte in der Region

In über 20 Jahren haben sich die Werkstätten für Behinderte in der Region von einer behütenden Beschäftigungsförderung zu modernen Unternehmen und Dienstleistern für die Industrie entwickelt. In Wuppertal bekocht die Großküche der Lebenshilfe zum Beispiel den Polizeipräsidenten. Die Solinger Lebenshilfe hat durch die Kooperation mit Zwilling J. A. Henckels einen Meilenstein in der Integration vor allem geistig behinderter Menschen in der Region gesetzt. Die Wermelskirchener können Akten digital archivieren, die Remscheider haben die Zertifizierung um Akten zu vernichten. Um sich durch einen gemeinsamen Auftritt weiter am Markt zu behaupten, neue Kunden zu interessieren, Großaufträge im Bereich Montage und Konfektionierung zu akquirieren und um den künftigen arbeitsmarktpolitischen und wirtschaftlichen Erfordernissen gerecht zu werden, haben sich jetzt fünf Werkstätten aus dem Bereich Kompetenzverbund der Bergischen Werkstätten für Menschen mit Behinderungen zusammengeschlossen. Solingens Oberbürgermeister Franz Haug begrüßte gestern bei der Vertragsunterzeichnung diese Entscheidung: „Gemeinsam sind wir stärker.“ Über 2000 Mitarbeiter sind in den Werkstätten der Lebenshilfen Wuppertal, Remscheid, Solingen, Wermelskirchen und der „proviel“ gGmbH Wuppertal beschäftigt.

Während in der Region stetig Arbeitsplätze abgebaut wurden, sind die Behindertenwerkstätten gegenläufig gewachsen. „Das wird auch in Zukunft so sein“, erklärte Josef Neumann von der Solinger Werkstatt für Behinderte. Denn Arbeitsplätze für Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, für ungelernte Kräfte und Menschen mit seelischer oder geistiger Behinderung werde es künftig auf dem ersten Arbeitsmarkt noch weniger geben.

„Durch Einbindung in den regionalen Wirtschaftsraum bleibt die Wertschöpfung aber in der Region, die sonst oft in Billiglohnländer abfließen würde“, betonte Karl-Heinz Schwarz, Geschäftsführer der Wermelskirchener Einrichtung. Dies stärkt auch die Kaufkraft in der Region. Zusammen können die Werkstätten ein reichhaltiges Paket schnüren. Für die Industrie: Montage, Konfektionierung, Metallbe- und -verarbeitung, Kunststoffschweißtechnik, Elektromontage und Logistik. Service für Unternehmen und Private: Catering, Eventorganisation, Garten- und Landschaftspflege, Hausdrucksachen, digitale Archivierung und Aktenvernichtung, IT-Dienstleistungen.

Koordinatorin für 2004: Renate Wischnewski, Technische Leiterin der Solinger Einrichtung: (0212) 599 52 14.

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Aktualisiert am: 06.10.2011