Behindert ist doch kein Handicap

 

Remscheider General-Anzeiger März 2008

 

Von Manfred Görgens

 

Bergisches Land. Tüten kleben und Körbe flechten – an manche Tätigkeiten knüpft sich ein miserables Image, das auf den ausführenden, meist behinderten Menschen zurückfällt, ihn als untauglich abwertet. Mit einer imponierenden Bilanz für das Jahr 2007 beweist der Kompetenzverbund der Bergischen Werkstätten jedoch, dass es nur darauf ankommt, das Potential behinderter Menschen behutsam und sinnvoll zu nutzen.

 

Der Verbund, bestehend aus der Pro Viel GmbH Wuppertal sowie den Werkstätten der Lebenshilfe im bergischen Großstädtedreieck und in Wermelskirchen, verzeichnet Wachstum und einen Jahrsumsatz von 35 Millionen Euro. Ein Grund dafür wird darin gesehen, dass Gemeinsamkeit stark macht, dass der Zusammenschluss es ermöglicht, auf breiterer Ebene tätig zu werden.

So ergibt sich durch den Verbund der Werkstätten eine erstaunliche Vielfalt im Industrieservice: Montage, Konfektionierung, Logistik, Holzverarbeitung, Elektromontage, Kunststoffschweißtechnik, digitale Archivierung.

5000 helfende Hände, verteilt auf fast 2800 Mitarbeiter – dieses Angebot an die bergische Wirtschaft beeindruckt, verweist aber schon darauf, dass dieses Personal Handicaps mitbringt.

Die Behinderungen, ob körperlicher oder geistiger Natur, sind vielfältig. Als Spiegel dieses Umstands erweist sich die Mannigfaltigkeit des Leistungsangebotes. Dem entsprechen 175 feste Kunden, darunter Zwilling, Emka, Puky, Stanol, Putsch und Tente.

Mit regionalen Beispielen untermauerte der Verbund seine Leistungsstärke im vergangenen Jahr. In Cronenberg hat die Lebenshilfe auf knapp 1000 Quadratmetern einen neuen heilpädagogischen Arbeitsbereich errichtet, während die Elberfelder Pro Viel in eine 40 – Tonnen- Presse investiert.

Eine moderne CNC- Fräse ist Zugewinn der Remscheider Werkstatt. In Solingen brachte ein Modellprojekt 30 behinderte Menschen an den Start auf dem ersten Arbeitsmarkt Ferner hat die dortige Lebenshilfe ihren Catering- Bereich aufgebaut und liefert jetzt täglich etwa 2500 Mahlzeiten.

Der entscheidende Faktor fürs Gelingen bleibt in allen Fällen, dass die Qualität stimmt.

 

Info

 

 

Der Verbund verfügt über eine Produktionsfläche von 46 000 qm.

 

Er fertigte 2007 beispielsweise 3,2 Millionen Längsverbinder, 15 Millionen Einzelteile für die Rollenindustrie, 450 000 Gitterblenden für Autos und 60 000 Kinderfahrzeuge.

 

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Aktualisiert am: 06.10.2011