Behinderte arbeiten kompetent und motiviert

Solinger Morgenpost 07.01.2009 

 

Behinderte arbeiten kompetent und motiviert 

 

Von Stefanie Bona 

Netzwerke knüpfen und über den eigenen Tellerrand blicken – das sind die Ziele, die sich Josef Neumann als neuer Verbundkoordinator der Werkstätten für behinderte Menschen im bergischen Raum gesetzt hat. Seit fünf Jahren kooperieren die Einrichtungen, in denen Menschen mit Behinderungen einer Berufstätigkeit nachgehen, miteinander. Fünf Werkstätten in Remscheid, Solingen, Wermelskirchen und Wuppertal bilden einen Kompetenz- und Marketingverbund, um auch größere Auftraggeber in und außerhalb der Region für ihr Angebot interessieren zu können. „Es muss jemanden geben, der Aufträge akquiriert und eine Marketingstrategie entwickelt. Das ist hinsichtlich der aktuellen Wirtschaftsprognosen um so nötiger", sagt Neumann, der gleichzeitig Geschäftsführer der Lebenshilfe Werkstatt gGmbH in Solingen ist. Dass die im Verbund organisierten Werkstätten in der Lage sind, auch große Aufträge zeitnah zu bearbeiten, habe gerade die Zusammenarbeit mit einem Discounter gezeigt. „Ein Eine-Million-Stück-Auftrag. Da sind gerade drei Werkstätten mit beschäftigt", sagt Neumann nicht ohne Stolz. Jeder einzelne Betrieb hat Schwerpunkte und Kernkompetenzen, die von Logistik, Montagearbeiten über Verpackung und Aktenvernichtung bis hin zur Küchendiensten und Wäscherei reichen. Zukünftig möchte Neumann die Chancen, die sich im Markt bieten, effizient nutzen und die Kontakte ausbauen. Dazu wurde gerade eine Kundenzufriedenheitsbefragung in Auftrag gegeben. Ein externes Unternehmen führt die Umfrage durch, was für Objektivität und Neutralität bei der Auswertung der Ergebnisse sorgen soll. ,,Wir können aber feststellen, dass unsere Kundenbindung groß ist", betont Neumann. Die Aufraggeber wüssten die sorgfältige Bearbeitung und die hohe Motivation der Mitarbeiter zu schätzen. Qualität und Preis entscheiden ,,Letztlich ist immer die Qualität und der Preis entscheidend", stellt er fest. So müsse sich der Verbund der Konkurrenz stellen. ,,Der Typ des Inhaber-Unternehmers, der aus sozialer Verantwortung unsere Einrichtungen berücksichtigt hat, ist heute kaum mehr vorhanden", sagt Neumann. Doch ist ihm um die Zukunft der Arbeitsstätten, die für viele die einzige Chance auf ein eigenes Einkommen bieten, nicht bange: ,,Unsere Arbeit ist anerkannt und sogar lSO-zertifiziert. Darauf können wir aufbauen." 

 

INFO 

 

3000 Arbeitnehmer 

 

Knapp 3000 behinderte Arbeitnehmer gehen im Verbund der Lebenshilfe-Werkstätten bzw. der Proviel GmbH in Wuppertal einer geregelten Tätigkeit nach.

Darunter sind Menschen mit einem kleineren oder auch größeren Handicap. „Jede Behinderung ist anders. Darauf sind die Werkstätten eingestellt und setzen ihre Mitarbeiter entsprechend ein“, erklärt der Verbundkoordinator.

 

 

 

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Aktualisiert am: 06.10.2011