Der Arrenberg macht sich fein

WSW Doppelpunkt (Mai 2007)

 

Stadtentwicklung der anregenden Art

 

Der Arrenberg macht sich fein

 

Was? Sie kennen die neue Markthalle noch nicht? Dann wird's aber Zeit, einen Abstecher zum Arrenberg zu machen und das bunte Treiben in der luftigen Halle zu genießen. Aber dies ist nur ein erster Schritt eines groß angelegten Projektes. Hier tut sich was - wir machen Sie neugierig!

 

Schon beim Anblick des frischen Obstes läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Auch die Nachbarstände locken mit verführerischen Angeboten. Ob Brot, Käse, Wurst, Fisch oder Wein: Einkaufen wird in der Markthalle der "Arrenberg'schen Höfe" zum sinnlichen Erlebnis. Und wer seinen Appetit gar nicht mehr zügeln kann, lässt sich gleich vor Ort beköstigen. Mitten im bunten Markttreiben laden Stühle und Tische zum Verweilen und Genießen ein. Wer mag, kann bei "mahlzeit" preiswert, frisch und lecker frühstücken oder zu Mittag essen. Auch wer es exotisch liebt, kommt auf seine Kosten. Die Sushi-Bar in der Markthalle wird sicher nicht mehr lange ein Geheimtipp bleiben.

 

Die Markthalle als Startschuss

 

Die bereits im vergangenen Jahr erfolgreich gestartete Markthalle ist der Leuchtturm des Stadtteilprojekts "Arrenberg'sche Höfe". Während die Halle mit den bunten Verkaufsständen neu errichtet wurde, harren noch verschiedene Alt-Immobilien des ehemaligen Sauerbruch-Klinikums am Arrenberg einer neuen Bestimmung. Der jetzige Betreiber, die Helios-Kliniken, benötigt nicht alle Gebäude auf dem Klinikgelände zwischen Arrenberger Straße und Simonsstraße. Die Frage war: Was passiert mit den ungenutzten Gebäuden wie den beiden Infektionshäusern, der Tuberkuloseklinik, der Kapelle oder der Apotheke? Zweifellos handelt es sich bei den im ersten Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts errichteten Bauten um erhaltenswerte Objekte. Clou des Ganzen ist der kleine Park, um den herum die Häuser angeordnet sind. Die Gebäude waren da - was fehlte, war eine Vision. Der Mann, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Arrenberg zu neuem Leben zu erwecken, heißt Dr. Bodo Küpper. "Am Anfang bin ich nicht als Betriebswirt oder Architekt gefragt, sondern als Soziologe und Psychologe", erklärt der promovierte Wirtschaftswissenschaftler. "Das eigentliche Rechnen und Planen kommt später." Hier gehe es nicht um Renditeobjekte, sondern um Lebensqualität. Der Erfolg eines solchen Projekts hängt immer davon ab, dass es von den Menschen angenommen wird. Und Menschen haben nun mal verschiedene Bedürfnisse. So sind die" Arrenberg'schen Höfe" denn auch als Wohnraum, als Arbeitsplatz und als Treffpunkt für die Stadtteilbewohner konzipiert. So wurde das ehemalige Schwesternhaus in ein Studentenwohnheim mit modernen Zimmern und Gemeinschaftsküchen umgewandelt. Auch die früheren Infektionshäuser - zwischenzeitlich als Alten- und Pflegeheim genutzt - sollen künftig als Wohnraum dienen. Hier entstehen hochwertige Eigentumswohnungen. Andere Immobilien sind für eine gewerbliche Nutzung vorgesehen. Markthalle und Park dagegen dienen als Orte der Begegnung oder der Erholung. Die Kindertagesstätte auf dem Gelände stammt noch aus der Zeit des Sauerbruch-Klinikums. Das Haus, in dem sie untergebracht ist, wurde renoviert. Auch für Künstler wird es Arbeitsräume geben.

 

Bei „mahlzeit" isst man gut

 

Wichtig ist die Verankerung des Projekts im Stadtteil. So wird beispielsweise das Gastronomieangebot „mahlzeit" von der proviel gGmbH betrieben, die Beschäftigungsmöglichkeiten für psychisch kranke Menschen anbietet. In den proviel-Werkstätten in der Milchstraße am Arrenberg und anderen Standorten arbeiten rund 600 Menschen in den Bereichen Produktion und Montage, Hauswirtschaft und Elektro. Die Maßnahmen umfassen sowohl Zuverdienstmöglichkeiten als auch Berufsbildung. Besonders erfreulich findet Dr. Bodo Küpper, der auch schon Immobilien und ganze Stadtbezirke in anderen deutschen Großstädten revitalisiert hat, dass die "Arrenberg;schen Höfe" jetzt schon positiv auf den Stadtteil ausstrahlen. Von der Terrasse seines "Casinos" auf dem Dach des Studentenwohnheims zeigt er Besuchern gern die gründerzeitlichen Hausfassaden in den Nachbarstraßen, die von ihren Besitzern kürzlich frisch renoviert wurden. Auch viele Hinterhöfe sind jetzt aufgeräumter und grüner als zuvor. "Eigentümer und Mieter entdecken, wie lebenswert ihr Stadtteil ist. Hat einer erstmal angefangen, sein Haus auf Vordermann zu bringen, ziehen die anderen nach", freut sich Küpper über das neue Lebensgefühl am Arrenberg.

 

Information

 

Der Ganztags-Wochenmarkt in der Markthalle der" Arrenberg'schen Höfe" ist montags

bis samstags von 8-20 Uhr geöffnet. Freitags und samstags gibt es Live-Musik.

 

www.arrenberg-hoefe.de

 

Der Speiseplan von Mahlzeit:

www.mahlzeit.proviel.eu

 

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Aktualisiert am: 06.10.2011