Bahnhof Mirke wird das neue Tor zur Nordbahntrasse

Westdeutsche Zeitung, 12.12.2009 

 

 

NUTZUNGSKONZEPT Nach der Zwangsversteigerung könnte sich im Bahnhof alles um das Fahrrad drehen.

 

Von Klaus Koch

Der Mirker Bahnhof ist verkauft. Nach einer Zwangversteigerung gehört er jetzt der Sparkasse. Deren Sprecher Jürgen Harmke verrät  den Kaufpreis nicht, bestätigt aber, dass es bereits Gesprä­che mit neuen Interessenten gibt. Und er stellt klar, dass die Sparkasse nun Sorge dafür tragen will, dass das Objekt für neue Nutzer interessant wird. Einer dieser Interessier­ten ist Proviel. Und das Kon­zept steht bereits: Der Bahn­hof Mirke soll sich „zu dem Elberfelder Trassentor entwi­ckeln."

 Die einzelnen Bausteine, um den durch die Nordbahn­trasse neu entstehenden Frei­zeitwert am Mirker Bahnhof auch mit Leben zu füllen: Un­ter anderem soll es direkt am Bahnhof auch ein Angebot an Mieträdern geben. Und weil viele Radfahrer nicht unbedingt geübt sein werden und es Schwierigkeiten geben kann den Rückweg in die Ta­gestour einzuplanen, ist auch vorgesehen, einen Abhol­dienst einzurichten, der die Radfahrer von entfernten Punkten zum Mirker Bahn­hof zurückbringt. Neben dem Fahrradverleih ist zugleich eine Fahrradwerkstatt in Pla­nung. Ein Ort, an dem auch andere Sportgeräte wie Inliner gewartet werden könnten.

Gästezimmer, Kultur und Kiosk

Schon aufgrund der sonnigen Lage des Bahnhofs geht aber noch viel mehr Proviel denkt daran, im Sommer Außen­gastronomie anzubieten, In­nengastronomie sowieso ganzjährig. Von April bis Oktober soll ein Kiosk in Betrieb sein. Für eine ganzjährige Auslastung sind Kulturveran­staltungen im Bahnhof möglich.

Und da durch die Trasse auch verstärkt mit Gästen au­ßerhalb des Stadtgebiets ge­rechnet wird, gilt es Gäste-zimmer herzurichten. Ganz so, wie das bei Fahrradwande­rungen in anderen Gebieten üblich ist. Und schließlich soll es Parkplätze in ausreichen­der Zahl geben. Denn nicht jeder Wuppertaler wird mit dem Fahrrad bis zum Trasseneinstieg fahren.

So könnte der Mirker Bahnhof in Elberfeld der zen­trale Einstiegspunkt in die Trasse werden, heißt es in einem Papier von Christoph Nieder (Forum Industrie, Handwerk und Kultur) und Michael May (Proviel). Ersten Vorgesprächen mit Land und Stadt zufolge kann das Pro­jekt demnach grundsätzlich umgesetzt werden.

Proviel ist ein gemeinnüt­ziges Integrationsunterneh­men, das zeitlich befristet Zuschüsse aus Landesmitteln zu den investiven sowie den lau­fenden Personalkosten erhal­ten kann. Ziel ist es, Arbeits­plätze für Menschen mit Be­einträchtigungen zuschaffen.

 

EIN WEITERER HAUPTBAHNHOF

HISTORIE  Das Bahnhofsgebäude kam 1987 in die Denkmal-Liste. Errichtet wurde das Haus im Jahr 1882.

Es war als weiterer Hauptbahnhof geplant. Doch die Nordbahntrasse geriet in der Folge bis zur Stilllegung zur Nebenstrecke.

NUTZUNG Ein ursprünglich geplantes größeres Theater-Projekt im Bahnhof kam nicht zustande. Vor einigen Jahren gab es auf dem Areal Besetzungen und einen Brandanschlag. Heute ist unter anderem eine
Tanzschule dort untergebracht.

 

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Aktualisiert am: 06.10.2011