Das Potenzial behinderter Menschen sinnvoll nutzen

 

Westdeutsche Zeitung 27.03.2008

 

Das Potenzial behinderter Menschen sinnvoll nutzen

  

proviel - Verbund der Bergischen Werkstätten legt erstaunliche Bilanz vor.

 

Von Manfred Görgens

 

Tüten kleben und Körbe flechten - an manche Tätigkeiten knüpft sich ein miserables Image, das auf den ausführenden, meist behinderten Menschen zurückfällt, ihn als untauglich abwertet. Mit einer imponierenden Bilanz für das Jahr 2007 beweist der Kompetenzverbund der Bergischen Werkstätten jedoch, dass es lediglich darauf ankommt, das Potential behinderter Menschen behutsam und sinnvoll zu nutzen.

  

Der Verbund, bestehend aus der Proviel GmbH Wuppertal sowie den Werkstätten der Lebenshilfe im Städtedreieck und in Wermelskirchen (für das Bergische Land), verzeichnet Wachstum und einen Jahresumsatz von 35 Millionen Euro. Ein Grund dafür wird in der Tatsache gesehen, dass Gemeinsamkeit stark macht, dass der Zusammenschluss es ermöglicht, auf einer breiteren Ebene tätig zu werden. So ergibt sich durch den Verbund der Werkstätten eine erstaunliche Vielfalt im Industrieservice: Montage, Konfektionierung, Lo­gistik, Holzverarbeitung, Elektromontage, Kunststoffschweißtechnik, digitale Archivierung. 

 

5000 helfende Hände, verteilt auf fast 2800 Mitarbeiter - dieses Angebot an die bergische Wirtschaft beeindruckt, verweist aber schon darauf, dass dieses Personal Handicaps mitbringt. Die Behinderungen, ob körperlicher oder geistiger Natur, sind vielfältig. Als Spiegel dieser Tatsache erweist sich die Mannigfaltigkeit des Leistungsangebotes. Dem entsprechen 175 feste Kunden, darunter bedeutende bergische Unternehmen wie Zwilling, Emka, Puky, Stannol, Putsch und Tente.

  

Mit regionalen Beispielen untermauerte der Verbund seine Leistungsstärke im vergangenen Jahr. In Cronenberg hat die Lebenshilfe auf knapp 1000 Quadratmetern einen neuen heilpädagogischen Arbeitsbereich errichtet, während die Elberfelder Proviel in eine 40- Tonnen-Presse investierte. Eine moderne CNC-Fräse ist Zugewinn der Remscheider Werkstatt. In Solingen brachte ein Modellprojekt 30 behinderte Menschen an den Start auf dem ersten Arbeitsmarkt. Ferner hat die dortige Lebenshilfe ihren Catering-Bereich aufgebaut und liefert jetzt täglich etwa 2500 Mahlzeiten. Der entscheidende Faktor fürs Gelingen bleibt in allen Fällen, dass die Qualität stimmt.

 

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Aktualisiert am: 06.10.2011