(Wupperlion Nr. 10 / April 2006 Monatsbrief des Lions Club Wuppertal)
Jürgen Grötz berichtet vom Clubabend am 13. März 2006
Chinesen im Tal - so nennt Lionsfreund Michael May, Geschäftsführer der proviel gGmbH Wuppertal seine – ja, wie soll man sie nennen? - Schützlinge oder Arbeitskräfte. Sie sind wohl, so konnten wir an diesem informativen Abend erfahren, von beidem etwas.
proviel, also etwas, was Profil zeigt und für viele etwas bringt, ist aus einer kleinen Aktivität für psychisch behinderte Menschen hervorgegangen und hat sich seit Gründung 1986 allmählich, besonders aber nach Umzug in den jetzigen, architektonisch äußerst ansprechenden Neubau zu einem wichtigen Dienstleister im Tal entwickelt. Beschäftigt werden Behinderte, die nicht oder noch nicht auf dem freien Arbeitsmarkt bestehen können. Hier sollen die Voraussetzungen für eine weitere individuelle Berufsförderung geschaffen werden. Es stehen 240 Werkstattplätze in den Bereichen Rollerfertigung, Metallverarbeitung, Elektromontage sowie auch im hausinternen Bereich. Dazu kommt ein Zivildienstprojekt mit 85 Arbeitsplätzen und 40 Arbeitsplätze im Rahmen des Projekts "Arbeit statt Sozialhilfe" der Stadt Wuppertal. Insgesamt werden 490 Personen bei pro viel beschäftigt.
Die "Unternehmensphilosophie" ergibt sich aus der zweifachen Kompetenz von Lionsfreund May: Kaufmann und Sozialpädagoge. Wichtig vor allem anderen: die dort Arbeitenden sollen ein möglichst normales Leben ohne Ausgrenzung und Stigmatisierung führen, also ohne wohlgemeinte Kuschelpädagogik oder Fürsorge da, wo sie vielleicht nicht nötig ist. Das Arbeitsamt fördert und vermittelt die Arbeitskräfte. Aber etwa 40% der Wirtschaftsleistung wird im Betrieb selbst erbracht. So kann proviel als "verlängerte Werkbank" der Firmen im Tal zu günstigen Konditionen arbeiten und mithelfen, die Abwanderung von Arbeit ins Ausland zu stoppen. Wenn also Lions ihren Enkeln einen Puky-Roller schenken: der ist in der Milchstraße montiert und das Glanzstück der Produktion. Wir die Lions vom Club Wuppertal wünschen diesem Projekt und seinem Leiter weiterhin gutes Gelingen!