Trainings- und Integrationsprojekt bei proviel

arbeit:jetzt  (September 2007)

 

Trainings- und Integrationsprojekt bei proviel

Kein Rechtschreibfehler, sondern ein neues Projekt, das Schritt für Schritt mit Theorie und Praxis auf den regionalen Arbeitsmarkt zurückführt.

Bei der 1994 gegründeten proviel gGmbH sind rund 600 Mitarbeiter an zwei Standorten in Wuppertal beschäftigt, die aufgrund ihrer psychischen Erkrankungen auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chancen hätten. Hier werden ganze Produktionsprozesse regionaler Unternehmen übernommen, die sehr stark manuell geprägt sind. So werden zum Beispiel am Standort Farbmühle jeden Tag 400 Roller für Puky zusammengesetzt. Die Auftraggeber – teilweise langjährige Partner der proviel gGmbH – schätzen besonders die hohen Qualitätsstandards. Der zertifizierte Betrieb verfügt zudem über eine moderne Metallbe- und -verarbeitung.

Seit April 2007 bietet die proviel gGmbH ein neues Trainings- und Integrationsprojekt für Bezieher einer Grundsicherung nach SGB II oder SGB XII in einer eigens dafür eingerichteten Abteilung an – „provieliert“. Das von der ARGE und der Stadt Wuppertal finanzierte Projekt hat das Ziel, die Teilnehmer auf ihrem Weg zurück ins Arbeitsleben zu unterstützen.

Innerhalb der ersten drei Monate werden die Fähigkeiten und Talente der Teilnehmer festgestellt. Gemeinsam werden realistische Ziele definiert, auf deren Basis das Integrationsprogramm erarbeitet wird. Theorie und Praxis können bei proviel sinnvoll kombiniert werden: Durch praktische Arbeit an sinnvollen Aufgaben für die mittelständischen Unternehmen der Region werden die Teilnehmer an das Arbeitsleben herangeführt. Zwischen 15 und 20 Stunden pro Woche umfasst dieser praktische Teil. Die Theorie erfolgt in zwei weiteren Stunden pro Woche mit begleitendem Unterricht in den proviel-Schulungsräumen. „Wir bringen hier unsere jahrelange Erfahrung ein, Menschen, die auf dem ersten Arbeitsmarkt kaum eine oder keine Chancen haben, nach ihren ganz individuellen Fähigkeiten wieder in ein strukturiertes Arbeitsleben zu integrieren“, sagt Michael May, Geschäftsführer der proviel gGmbH. Die Dauer der Maßnahme ist grundsätzlich unbegrenzt. In der 12-wöchigen Trainingsphase findet zunächst eine grundsätzliche Abklärung statt. In der anschließenden Integrationsphase wird überprüft, wie sich die individuelle Situation entwickelt hat und ob die Maßnahme daraufhin angepasst werden sollte.
Dies kann den Einstieg in weiterführende Maßnahmen wie eine berufliche REHA im Berufsbildungsbereich von proviel eröffnen. Im besten Fall führt die „provielierung“ zu einer festen Anstellung auf dem regionalen Arbeitsmarkt.


Derzeit nehmen 92 Menschen an „provieliert“ teil. Bereits jetzt lässt sich eine positive Bilanz ziehen, denn fast alle haben nach der dreimonatigen Trainingsmaßnahme weitergemacht.

www.proviel.eu
www.arge-wuppertal.de

 

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Aktualisiert am: 06.10.2011