Partner der regionalen Wirtschaft ? Die Chinesen im Tal

www.bb-wuppertal.de im Juli 2007

 

 

Keine Sommerpause beim Wuppertaler Business Breakfast

Alle sind dann wohl doch nicht im Urlaub, denn knapp 200 Unternehmer trafen sich in den Arrenberg'schen Höfen zum Business Breakfast, zu dem die proviel gGmbH geladen hatte.

Schauplatz war die Markthalle, die entgegen aller Gerüchte als Standort für "mahlzeit", der Gastronomiesparte von proviel, bestehen bleibt.

Michael May, Geschäftsführer der proviel gGmbH, stellte das Unternehmen als "Chinese im Tal" vor. Bei proviel sind rund 600 Mitarbeiter mit psychischen Erkrankungen beschäftigt, die auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt wohl keine Aussicht auf eine Stelle hätten. "Das einzige, was diese Menschen möchten, ist normal sein", so May über die Mitarbeiter.

Die gemeinnützige Gesellschaft folgt der gesetzlichen Grundlage, die für jede Werkstatt für Behinderte gilt:

- Eingliederung ins Arbeitsleben

- Verbesserung durch Schulung und Training

- Stärkung des Selbstwertgefühls



Produktion mit hoher Qualität

Wer denkt, dass hier Körbe geflochten werden, liegt aber gänzlich falsch, wie Moderator Christoph Nieder betonte. Hier werden Produktionsprozesse übernommen, die sehr stark manuell geprägt sind. So werden zum Beispiel am Standort Farbmühle - an dem übrigens auch eine weitere "mahlzeit"-Gastronomie entstehen wird - jeden Tag 400 Roller für Pucky zusammengesetzt. Bei allen Aufträgen hegt man einen äußerst hohen Anspruch an Qualität: 0,2 % Fehlerquote werden durch die eigene Qualitätskontrolle festgestellt und nachgebessert, so kommt die Ware mit einer Fehlerquote gegen Null zum Kunden zurück. Der zertifizierte Betrieb verfügt zudem über eine moderne Metallbe- und -verarbeitung.

Oft würde gesagt, dass proviel in vielen Bereichen Aufträge unterbietet und das stimme, so May. Dies liege daran, dass jeder Arbeitsplatz subventioniert würde und daher die Lohnkosten niedrig sind. Die Aufgabe sei, als Partner von Unternehmen Lücken in der Produktion zu schließen, die ansonsten in den Billiglohnländern geschlossen würden.

Hier also "der Chinese im Tal", der nicht nur allein von der logistischen Seite eine Menge Vorteile aufweist, wie anschließend die Geschäftsführer dreier Unternehmen bestätigten, die seit langem Kunden der proviel sind.

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Aktualisiert am: 06.10.2011